Schritt um Schritt zur sicheren Velostadt
Vor vier Jahren begab sich die Stadt Winterthur auf den Weg. Das Ziel: Die Velowege und Fussgängerbereiche sicherer zu machen. Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner sind dem Aufruf der Stadtverwaltung gefolgt und haben auf ihren Routen Schwachstellen ausfindig gemacht. Auf welchen Wegstrecken leben Velofahrerinnen und Passanten gefährlich? Wo gibt es unbefriedigende Stellen und Abschnitte? Wie ginge es besser? Dank der Rückmeldungen konnten wir rund 400 Schwachstellen definieren, denen wir nachgehen. Aktueller Stand: 30 Prozent der Problemzonen konnten wir beheben, 50 Prozent werden in laufende Projekte und Planungen einbezogen. Zwischenbilanz: 80 Prozent der unbefriedigenden Verkehrssituationen können und konnten wir verbessern.
Beispiele gefällig? Auf der Neuwiesenstrasse sind jetzt Radstreifen markiert. Mussten sich die Radfahrerinnen bis vor kurzem noch an den Rand der Strasse drücken, um dem Autoverkehr auszuweichen, so sind ihnen jetzt 1,5 Meter Fahrbahn sicher. Im Ohrbühlkreisel – einem Unfallschwerpunkt – haben wir das Tempo angepasst, und Velofahrer können in einer klar markierten Spur ein- und ausfädeln. Auch auf der Rychenbergstrasse mit ihren teilweise engen Abschnitten können sie sich dank Tempo 30 deutlich entspannter fortbewegen. Ganz zu schweigen von der autofreien Stadthausstrasse, der Velounterführung am Hauptbahnhof oder den Velobahn-Abschnitten nach Töss oder Wülflingen. Geplant sind letztere auch für Oberwinterthur und Hegi. Die Technikumstrasse können wir zwar nicht verbreitern, doch eine baldige Markierung des Radwegs vermittelt endlich das Selbstverständnis dafür, dass dem Langsamverkehr ein Platz zusteht. Gleiches folgt auf der Tösstalstrasse. Nicht jedoch auf der Frauenfelderstrasse, wo ein Kredit für eine Strassensanierung mit durchgängigem Velostreifen leider abgelehnt wurde.
Wie dem auch sei: Ich nehme auf meinen täglichen Fahrten durch die Stadt eine deutliche Verbesserung seit 2021 wahr. Geht es Ihnen auch so? Sie dürfen stolz darauf sein. Denn das Resultat der steten und zügigen Sicherheitsmassnahmen ist zu einem wesentlichen Teil der Mitwirkung aus der Bevölkerung zu verdanken. Und wir sind noch lange nicht am Ziel. Schauen Sie sich um, behalten Sie den wachen Blick und melden Sie Schwachstellen, die den Langsamverkehr heute beeinträchtigen und morgen behoben sein könnten. Gemeinsam machen wir Winterthur noch verkehrssicherer.
Christa Meier
Vorsteherin Departement Bau und Mobilität, Stadt Winterthur


